i.m.a
Agrar-Lexikon

Triticale

Neu gezüchtete Getreideart, die durch eine Kreuzung aus Weizen und Roggen entstand.

Triticale wurde gezüchtet, um die Anspruchslosigkeit des Roggens mit der Qualität des Weizens zu verbinden. Triticale wird hauptsächlich als Futter verwendet, vor allem  in der Schweinemast.

In Deutschland lag die Anbaufläche 2013 bei rund 399.000 ha. Der Durchschnittsertrag lag im gleichen Jahr bei ca. 65.7 dt/ha. Es wurden in Deutschland etwa 2,6 Millionen Tonnen Triticale geerntet (zum Vergleich: Weizen 24,9 Millionen Tonnen, Roggen 4.7 Millionen Tonnen). Im Jahr 2010 wurden weltweit 13,2 Mio. t Triticale geerntet (zum Vergleich: Weizen ca. 650,8 Mio. t, Roggen ca. 12,3 Mio. t).

Deutschland liegt im Anbau auf dem zweiten Platz nach Polen.

 Rang 

Land

 Menge 
(in Tsd. t)

   1

Polen Polen   

4.108

   2

Deutschland Deutschland   

2.199

   3

Frankreich Frankreich   

2.057

   4

Weißrussland Weißrussland   

1.254

   5

Australien Australien   

502

   6

Ungarn Ungarn   

372

   7

China China   

270

   8

Russland Russland   

249

   9

Litauen Litauen   

245

   10

Österreich Österreich   

231

   

Welt

Nutzung

   

13.168

Merkmale

Triticale gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und wird 50 bis 125 cm hoch. Die verschiedenen Triticale-Sorten unterscheiden sich teilweise erheblich in der Reife, der Halmlänge und im Wuchstyp. Das führt dazu, dass manche Sorten im Feldbestand eher roggenähnlich und andere mehr wie Weizen aussehen. Geschmack und Inhaltsstoffe des Triticale liegen zwischen denen von Weizen und Roggen.

Herkunft

Triticale ist ein „junges Getreide“ aus einer Kreuzung zwischen Roggen und Weizen. Die Ursprünge finden sich Ende des 19. Jahrhunderts, als in Schottland erstmals natürliche, spontane Kreuzungen zwischen Roggen und Weizen beobachtet wurden, die aber steril waren. Gezielte Züchtungen  nach 1930 führten zu fortpflanzungsfähigen Pflanzen, z. B. in Schweden, Schottland und der ehemaligen Sowjetunion. Die ersten Triticalesorten mit weiter Verbreitung wurden in Polen gezüchtet.

Anbau

Triticale kann auf allen Böden angebaut werden, ausgenommen sehr trockene Lagen. Auf nährstoffarmen Sandböden ist er im Ertrag dem Roggen unterlegen, auf guten Böden bringt der Weizen im direkten Vergleich höhere Erntemengen. Daher konzentriert sich der Anbau auf klimatisch weniger günstige Lagen (z.B. Mittelgebirge). Triticale hat ein hohes Ertragspotential und eine sehr gute Ertragsstabilität.  Die gute Winterhärte macht es möglich, dass Triticale auch sehr spät ausgesät werden kann. Die späte Saat hilft eine zu starke Düngung zu vermeiden und vermindert erheblich den Unkrautdruck. Die Aussaat ist von Mitte September bis Mitte Oktober möglich. Trotz seiner Genügsamkeit führt gute Düngung zu einem hohen Ertragsergebnis. Die Ernte erfolgt mit dem Mähdrescher. Der Erntezeitpunkt liegt zwischen dem des Roggens und Weizens.  In Europa wird fast ausschließlich Winter-Triticale, in den Tropen und Subtropen Sommer-Triticale angebaut.

Nutzung

Triticale findet in großem Umfang Verwendung als kostengünstig und umweltgerecht produziertes, proteinreiches Körnerfutter in der Tiermast. Der Eiweißgehalt eines Kornes liegt bei 10-13% und 3-4% Lysin. Neben der überwiegenden Anwendung als Futtergetreide kann es auch für die menschliche Ernährung (Backwaren, Bier, Breie) genutzt werden. Brot wird allerdings wegen der teilweise ungünstigen Backeigenschaften in der Regel aus Gemischen mit Weizen bzw. Roggen gebacken.