i.m.a
Agrar-Lexikon

Schwein

Nutztier zur Fleischerzeugung. Als Nebenprodukt wird die Haut zu Leder verarbeitet.

Schweine sind schnell wachsende Allesfresser. Domestizierte Wildschweine wurden im Laufe der Jahrhunderte zu den heute üblichen Hausschweinen gezüchtet. Das frühere Landschwein, dessen Mastendgewicht sich auf 150 kg und mehr belief, ist von fettärmeren und schnellwüchsigeren Schweinen abgelöst worden. Diese „modernen“ Schweine haben vier Rippen mehr und liefern daher mehr Koteletts. 

Bei der Schweinehaltung werden unterschieden:

Basiszuchtbetriebe

Zuchtbetriebe oder Ferkelerzeugerbetriebe

Ferkelaufzuchtbetriebe

Mastbetriebe

geschlossene Betriebe, die Ferel züchten und bis zum Ende der Mast halten.

 

Die Schweine wiegen zu Beginn der Mast - auch Vormast genannt - etwa 40 -50 kg. Sie werden in der Zeit zwischen Ferkel und Mastschwein Läufer genannt  Die Mastzeit beträgt insgesamt ca. 5 Monate. so dass auf einem Platz pro Jahr mehr als 2 Schweine gemästet werden können. Ziel der Mast ist es, dass die Tiere möglichst  viel Fleisch  bilden. Mit einem Lebendgewicht von 100 bis 120 kg werden die Schweine verkauft/geschlachtet. Die Mast erfolgt mit Getreide, Hackfrüchten, Mais oder Maissilage als Grundfutter, sowie Eiweiß- und Mineralfutter. Die Menge und Mischung wird dem jeweiligen Entwicklungsstand der Tiere angepasst.

2014 gab es in Deutschland 28,1 Millionen Schweine.  Der Schweinefleischkonsum lag 2014 in Deutschland  bei  38,3 Kilogramm pro Kopf bei einem Selbstversorgungsgrad von 118 % (2013).

Schweine-Rassen

Die in Mitteleuropa gehaltenen Schweinerassen sind überwiegend weiß. In Deutschland bedeutende Rassen sind Deutsche Landrasse, Deutsches Edelschwein und Pietrain. Regionale Bedeutung haben  Schwäbisch-Hällische Schweine, Angler Sattelschweine und Deutsche Sattelschweine.

Die meisten Schweine in Deutschland - in Vermehrung und Mast - sind Kreuzungen aus den angeführten und wenigen weiteren Rassen.  

Biologie

Das Hausschwein gehört zu der Ordnung der Paarhufer und zur Familie der echten Schweine. Im Gegensatz zu den Wiederkäuern besitzen Schweine einen einhöhligen Magen. Sauen werden mit sechs Monaten geschlechtsreif und bringen in zwei Würfen pro Jahr je  bis 14 Ferkel zur Welt. Am Gesäuge sind 14 Zitzen. Die Tragezeit beträgt drei Monate, drei Wochen und drei Tage. Die Ferkel bleiben 21 bis 35 Tage zum Säugen bei der Sau. Danach sind sie Läufer, die anschließeend etwa 5 Monate gemästet werden. Nach insgesamt etwa zehn Monaten bzw. einem Gewicht von 100 bis 120 Kilogramm sind die Tiere schlachtreif.

Die natürliche Lebenszeit eines Schweines beträgt bis zu 20 Jahren. Dabei kann ein Gewicht bis 300 kg erreicht werden.  

Haltung

Vorherrschend ist in Deutschland die Stallhaltung. Freilandhaltung, auch Robusthaltung genannt,  ist selten, vor allem weil der Kot der Tiere das Grundwaser verunreinigt.  Tragende und säugende Sauen, abgesetzte Ferkel, Läufer,  Jungsauen, Mastschweine und Eber werden getrennt voneinander gehalten. Um Rangkämpfe zu vermeiden, wird die Gruppenzusammensetzung möglicht wenig geändert.

Die Mastställe sind in Buchten eingeteilt. Die Gruppengrößen liegen zwischen zehn und 45 Tieren. In der Schweinemast gibt es überwiegend strohlose Ställe mit Spaltenböden. Gibt es kein Stroh, muss den Tieren die Möglichkeit gegeben werden, „spielen“ zu können (beispielsweise mit Raufutter, Strohballen oder einer Kette). Nicht nur Schweine haben sehr hohe Anforderungen an das Stallklima, sondern insbesondere Ferkel. Aufzuchtställe haben beheizte Ruhekisten und sind meist klimatisiert. In der Freilandhaltung finden die Tiere Unterschlupf in Schweinehütten.
Die Fütterung erfolgt jeweils mit speziell auf Sauen, Ferkel, Läufer und Mastschweine abgestimmten Futtermitteln. Grundsätzlich setzt sich das Futter aus Grundfutter wie Getreide oder Hackfrüchten , Eiweiß- und Mineralfutter zusammen. In der Schweinemast gibt es unterschiedliche Mastmethoden, so z.B. die Getreidemast oder die Mast mit Maissilage. Auch wird zwischen Trocken- und Flüssigmast - je nach Konsistenz des Futters - unterschieden.  Mastschweine erhalten entweder drei- bis viermal täglich Futter oder können nach ihren eigenen Bedürfnissen (ad-libitum) fressen. Auch Ferkel erhalten ad-libitum besonders energie- und eiweißreiches Futter.  Zur Haltung vgl. auch Massentierhaltung.

 

Begriffe

Schwein: Oberbegriff für alle männlichen und weiblichen Tiere
Eber: männliches Schwein, über 18 Monate alt.
Börge: kastriertes männliches Schwein 
Sau:
weibliches Schwein, nach dem ersten Wurf
Jungsau: weibliches Schwein von der Geschlechtsreife (sechs Monate) bis zum ersten Wurf
Jungeber: männliches Schwein von der Geschlechtsreife (sechs Monate) bis zum Alter von 18 Monaten
Ferkel: Schwein mit einem Gewicht bis 25 Kilogramm
Läufer: Schwein - vor der Hauptmast - zwischen 25 und 50 kg