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Agrar-Lexikon

Mais

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Getreideart, die auch als „Kukuruz“ (türkischer Weizen), „Welschkorn“ und in den USA einfach als „corn“ bezeichnet wird.

Der aus Wildformen gezüchtete Mais stammt aus Amerika und kam im 16. Jh. zunächst als Zierpflanze nach Europa, wurde aber bald in der Landwirtschaft angebaut. Es gibt unterschiedliche Maissorten – je nach Verwendungszweck. In der europäischen Landwirtschaft wird Mais als Silomais für die Rinderhaltung oder als Körnermais bzw. Corn-Cob-Mix für die Schweine- und Geflügelhaltung angebaut. Seit einigen Jahren spielt er eine zunehmende Rolle bei der Erzeugung von Biogas. In Deutschland wurde 2014 auf mehr als 2,5 Mio. ha (über 7 % der Getreidefläche) Mais angebaut,  vor allem Silomais (2,05 Mio. ha). Eine besondere Form ist der Zuckermais, der als Gemüse für die menschliche Ernährung hauptsächlich in südlichen Regionen angebaut wird.

 

 

 


Merkmale

Mais gehört zur Familie der Gräser (Poaceae). Er wird 1,5 bis 2,5 m hoch. Botanisch  unterscheidet er sich von den anderen Getreidearten durch seine  Getrenntgeschlechtlichkeit. Die männlichen Blüten entwickeln sich am Ende der Sprossachse in Rispenform. Die weiblichen Blüten bilden sich an Nebenachsen der Hauptsprossachse jeweils an den Ansatzstellen der Blätter.  Blütenstand und Frucht sind Kolben, die von Hüllblättern (Lieschblättern) umgeben sind.

Die zwei ersten Bilder unten zeigen Maisfeld und Maispflanzen im Frühjahr, darunter rechts ist die Maisblüte, links Maiskolben im Wachstum zu sehen. Die letzten Bilder zeigen einen Maiskolben und Maiskörner 

Herkunft

Mais stammt aus Mittelamerika. In der Region zwischen Peru und Mexiko wird er seit 7.000 Jahren angebaut. Er ist eine reine Kulturpflanze. Die ersten Maiskörner brachte Christoph Kolumbus von seiner zweiten Entdeckungsfahrt mit nach Europa. Dort wurde er ab 1525 in Südspanien angebaut. In Mitteleuropa beschränkte sich der Maisanbau auf die wärmeren Regionen des Rheintals. Erst nach den Ausfällen der Kartoffelernten in den Jahren 1805/06 und 1846/47 begann die Züchtung robusterer, dem kalten Klima besser angepasster Maissorten. Seit etwa 1970 wird Mais großflächig in Mitteleuropa angebaut. Weltweit ist Mais die wichtigste Stärkepflanze.

Anbau

Mais ist ursprünglich eine sehr frostempfindliche Art der Tropen und Subtropen. Erst durch Züchtung wurde der Anbau auch in kälteren Zonen möglich. Mais wird Mitte bis Ende April gesät. Pro Quadratmeter wachsen ca. 6-8 Pflanzen in Reihen. Zur Keimung benötigt er Temperaturen über 8 °C. Sein Wasserbedarf ist mit 500–700 mm Jahresniederschlag nicht besonders hoch, seine Ansprüche an den Boden sind gering. Mais ist besonders gut an trocken-heiße Standorte mit hohem Lichtangebot angepasst.  Durch seine späte Aussaat und die geringe Durchwurzelung ist der Boden in Hanglagen stark erosionsgefährdet. Dies wird heute durch moderne Aussaatverfahren sowie das Einbringen von Untersaaten vermindert.

Mais wird in Deutschland auf mehr als 2,5 Mio ha - von 16,8 Mio ha landwirtschaftlich genutzter Fläche insgesamt - angebaut

 

Nutzung

Der Erntezeitpunkt richtet sich nach der Nutzung. Beim Silomais, der als Viehfutter Verwendung findet, werden die ganzen Pflanzen Ende September/Anfang Oktober geerntet. Mit einem Maishäcksler werden sie zerkleinert, anschließend in Silos verfestigt und luftdicht gelagert. Durch die einsetzende Milchsäuregärung entsteht ein haltbares, eiweißreiches Winterfutter für Rinder. Beim Körnermais werden nur die vollreifen Körner im Oktober oder November mit dem Mähdrescher geerntet. Die Kornerträge liegen bei rund 100 dt/ha. Die Körner finden in Kraftfuttermischungen  Verwendung. Für die menschliche Ernährung wird einheimischer Mais hauptsächlich zu Speisestärke verarbeitet. Für andere Nutzungsarten wie Cornflakes, Gemüsemais oder Popcorn wird der Mais in erster Linie in Südeuropa produziert. Bei der Stärkeproduktion fällt als Nebenprodukt Maiskeimöl an. Es dient als Salatöl oder für die Margarine- und Majonäseherstellung. Für die Industrie stellt es einen Rohstoff für Farben, Linoleum und Seife dar.

Umstritten ist die Nutzung von Mais zur Energiegewinnung.

Siehe auch nachwachsende Rohstoffe, Biogasanlagen, Biokraftstoff.

Mais

Maisfeld im Frühsommer (Koll)
Maisfeld im Frühsommer (Koll)
Maiskolben im Wachstum (Koll)
Maisfeld in der Blüte (Koll)
Reifer Maiskolben (i.m.a)
Gedroschene Maiskörner (Koll)